Die Pflege eines Angehörigen geschieht oft mitten im eigenen Lebensweg – in einer Zeit, in der Beruf, Familie und Privatleben miteinander in Balance gebracht werden müssen. Sie greift in viele Lebensbereiche ein: von der körperlichen und seelischen Belastung über finanzielle Fragen bis hin zu tiefgreifenden Veränderungen im sozialen Umfeld. Noch immer tragen vor allem Frauen den größten Teil dieser Care-Arbeit, was die Herausforderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verschärft. Übernehmen Kinder oder Jugendliche die Verantwortung für ein erkranktes Elternteil, bedeutet das nicht nur zusätzliche Aufgaben im Alltag, sondern kann auch ihre schulische Entwicklung, ihre Freizeit, ihr Selbstbild und ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig prägen.
Die Arbeit der Pflegenden Angehörigen geschieht immer noch viel zu oft im Stillen und ist oft erschöpfend. Dabei tragen sie eine enorme Verantwortung und das eigene Leben sowie die eigenen Bedürfnisse rücken dabei häufig in den Hintergrund. Die körperlichen und emotionalen Belastungen können Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben: Schlafmangel, Wut, Trauer, Scham oder soziale Isolation bringen Angehörige oft an ihre Grenzen.
Mit unserer Veranstaltung wollen wir mit Ihnen in den Dialog treten. Wir wollen einen Raum schaffen, um über die Herausforderungen und die Vielschichtigkeit des Themas zu sprechen. Neben kurzen Vorträgen der Expert*innen zu Beginn der Veranstaltung wollen wir in drei parallelen Gesprächsgruppen psychische Belastungen pflegender Angehöriger aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und die Ergebnisse am Ende gemeinsam debattieren.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Es besteht auch die Möglichkeit, online an der Veranstaltung teilzunehmen. Bitte melden Sie sich über die Homepage der Grünen Landtagsfraktion an.
Das vollständige Programm finden Sie hier zum Download.
Kerstin Celina, MdL Sprecherin für Soziales
Julia Post, MdL Sprecherin für Frauen, Jugend, ÖD
Andreas Hanna-Krahl, MdL Sprecher für Gesundheit und Pflege
Rahmen-Programm
Vor Ort haben Sie die Gelegenheit, die Ausstellung „Ein Wir ist stärker als ein Ich“ des Mutmachleute e.V. zu entdecken. Die Ausstellung zeigt auf eindrückliche Weise Betroffene von psychischen Erkrankungen und Angehörige auf großformatigen Aufstellern, die Gesicht zeigen und Mut machen. Die Fotografierten laden ein, sich den Menschen zu nähern und über ihre Botschaften nachzudenken – ganz im Sinne des Mottos: „Nicht die Diagnose – der Mensch ist wichtig!“
Mutmachleute e.V. setzt sich dafür ein, Stigmatisierung abzubauen und einen offenen Dialog über psychische Gesundheit zu fördern – was sich in der einfühlsamen und optisch ansprechenden Gestaltung der Ausstellung deutlich widerspiegelt.